Projekte

WAS

Projekte sind Themen, die wir in der Waldgruppe über einen längeren Zeitraum hinweg aufgreifen. Meist über mehrere Wochen oder sogar Monate hinweg. Die Themen richten sich nach den Interessen der Kinder, nach den Jahreszeiten oder besonderen Ereignissen. Aber sie sind nicht abstrakt - sondern immer auf irgendeine Art und Weise mit der Welt der Kinder verbunden. Projektthemen werden dann auf vielfältige Art und Weise bearbeitet: auf praktische und theoretische, auf kreative und musikalische, auf sprachliche und mathematische, auf motorische und spielerische.

WARUM

Die Kinder nähren sich einem Thema auf vielen Wegen, sie beleuchten eine Sache auf verschiedene Art und Weise. Das ermöglicht ihnen sich mit einem Thema wirklich intensiv zu beschäftigen. Zusammenhänge können erkannt werden. Sie lernen mit Kopf, Herz und Hand und werden kleine Experten auf diesem Sachgebiet. Das macht stolz und gibt Selbstsicherheit.

Hier eine kleine Auswahl unserer Projekte:

Tirila, Tschiep, Thschiep (Schmetterlingsgruppe) /// Frühjahr 2016

Projekt Vögel Waldkinder BreitenbachProjekt Vögel Waldkinder BreitenbachProjekt Vögel Waldkinder BreitenbachProjekt Vögel Waldkinder BreitenbachProjekt Vögel Waldkinder Breitenbach

…tirili, piep, piep" so sangen die Kinder der Schmetterlingsgruppe mit dem Frühlingsbeginn im Morgenkreis den Refrain eines lustigen Vogelliedes, das vom Nestbau, Eier legen, Brüten und Fliegen lernen berichtet. Denn auf dem Weg zu unseren Waldplätzen begegnete uns täglich ein mächtiger Rotmilan. Gerade so als wolle er uns "Guten Morgen" sagen, umkreiste er die Gruppe und sorgte für völlig faszinierte Kinder die über die Flugkünste und Größe des Raubvogels staunten. Beim Frühstück im Wald hörten wir munteres Vogelgezwitscher und beobachteten Amseln und Bachstelzen. Doch was ist überhaupt ein Raubvogel? Warum zwitschern die Vögel im Frühling besonders schön? Wie und wozu bauen eigentlich Vögel ihre Nester? Grund genug sich dem Thema "Vögel" in einem ganzheitlichen Projekt zu widmen. Dabei sangen wir alte und neue Lieder zum Thema und tanzten dazu. Wir bauten aus Zweigen, Gras und Moos Nester und übten uns in Mengenlehre, indem wir diese mit "Eiern" füllten und abzählten. Wir spielten viele Stegreifspiele, bei denen die Kinder Bewegungen und Geräusche bestimmter Vogelarten imitierten. Das der Kuckuck seine Eier einfach in fremde Nester legt wurde in dem Kreisspiel: "Der Kuckuck geht um" verdeutlicht. Beim Bewegungsspiel: "Brüten, Nestbau, Hochzeit machen." spielten wir Vogeleltern. Wir hörten uns Vogelstimmen an, lernten passende Fingerspiele und Reime und falteten Vögel zum Spielen. Das einige Vogelarten erst einmal blind zur Welt kommen erstaunte uns ebenso. Wir schulten unseren Hörsinn als wir auch einmal blindes Vogelküken spielten. Gar nichts o einfach nur am "Zwitschern" zu erkennen, wer sich als Vogeleltern entpuppt. Außerdem schauten wir uns jede Menge Bilder, Fotos und Bestimmungsbücher mit verschiedenen Vogelarten an. Der kleine Zaunkönig und die Blaumeise gefielen uns dabei besonders, sodass wir beschlossen, einen Nistkasten mit Hilfe von Hammer und Nagel zu bauen, bunt anstrichen und nun darauf hoffen, dass wir bald ein paar Vogelgäste mehr auf unserem Waldplatz begrüßen können.


Fachwerkhäuser (Ameisengruppe) /// Winter 2015/2016

Projekt Fachwerkhäuser Waldkinder BreitenbachProjekt Fachwerkhäuser Waldkinder BreitenbachProjekt Fachwerkhäuser Waldkinder BreitenbachProjekt Fachwerkhäuser Waldkinder Breitenbach

Im Winter wurde in der Ameisengruppe das Projekt "Fachwerkhäuser" durchgeführt. Innerhalb des Projektes gab es viele spannende Morgenkreisangebote. So lernten die Kinder anhand einer Geschichte die verschiedenartige Nutzung des Holzes durch den Menschen kennen, sie erfuhren, wie im Mittelalter Fachwerkhäuser gebaut wurden und wie gefährlich Brände damals waren. Wir hatten als Morgenkreis"gäste" Anke Schatt von der FFW Mittelstille zu Gast, die mit den Kindern Brandursachen und Verhalten bei Brand wiederholte sowie Axel Bauer, der als Tischler mit den Kindern feste Holzverbindungen herstellte. Die Kinder lernten außerdem die russische Geschichte "Das Katzenhaus" kennen, in der auch ein Hausbrand die Wende innerhalb der Geschichte zum Positiven brachte. Mittels selbstgebastelter Stabpuppen konnten die Kinder selbständig die Geschichte nachspielen bzw. nach eigener Fantasie variieren und umändern. Höhepunkte des Projektes waren der Besuch im Meininger Theater zum Stück "Das Katzenhaus" und der Schulanfängerausflug nach Schmalkalden mit Erkunden des ältesten Fachwerkhauses. So konnten die Kinder das typische Bild ihrer Heimatstadt besser kennenlernen. Außerdem machte, derartig angeregt, das eigene Herstellen eines Stückes Lehmfachwerk viel mehr Sinn und Spaß.

RAUPEN UND SCHMETTERLINGE (Raupengruppe) INSEKTEN (Schmetterlingsgruppe) /// Sommer 2013

Projekt Insekten Waldkindergarten Breitenbach - gefundene RaupeProjekt Insekten Waldkindergarten Breitenbach - geschlüpfter Bärenfalter aus unserem TerrariumProjekt Insekten Waldkindergarten Breitenbach - Besuch vom Insektenexperten Herr HöllProjekt Insekten Waldkindergarten Breitenbach - auf der Wiese gefangener Grashüpfer

Das bekannte Kinderbuch "Die kleine Raupe Nimmersatt" war Ausgangspunkt für das Projekt Raupen und Schmetterlinge. Sie schlüpft aus einem Ei und frißt während der nächsten Tage sehr viel: Erdbeeren, Eis,
Käse ... bis sie Bauchschmerzen bekommt und endlich das probiert, was Raupen gerne fressen: Blätter!
Schließlich ist sie satt, zufrieden und müde. Sie baut sich ein Haus und schläft darin, bis sie ein
wunderschöner Schmetterling ist und davon fliegt.
Die Schmetterlingsgruppe beschäftigte sich in einem größeren Zusammenhang mit Raupen und Schmetterlingen - sie untersuchten und klassifizierten verschiedene Insektenarten. Der Besuch vom
Insektenexperten Herr Höll aus Mittelstille freute uns besonders.

- Bücher: "Kleine Raupe Nimmersatt" und "Zauberfalter"
- Fragen der Kinder sammeln und Lösungen finden

- Klanggeschichte vom Schmetterling mit verschiedenen Instrumenten
- Raupen suchen und im Terrarium beobachten (eine Bärenraupe wurde gefangen, gefüttert,
puppte sich ein und schlüpfte schließlich als farbenfroher Schmetterling; die Raupe eines Schwalbenschwanz-
raupe befindet sich zur Zeit noch in unserer Pflege und überwintert bei uns)
- Schmetterlinge mit Netz fangen, betrachten und wieder frei lassen
- mit Fingerfarben eine große Wandraupe gestalten

- Insekten sammeln und klassifizieren

SELBSTGEMACHT /// September 2011

Porjekt SelbstgemachtPorjekt SelbstgemachtPorjekt SelbstgemachtPorjekt Selbstgemacht

Was kann man alles selber machen? Eine genze Menge! Wenn man solche Dinge wie Frühstücksbrettchen oder Seife im Laden kauft, fragen sich die Kinder oft: wie wird das gemacht? Vom Brett zum Frühstücks- brettchen und von einer Lavendelblüte zur Lavendelseife ist es ein weiter Weg. Diesen Weg nachzuvollziehen, war Ziel des Projektes SELBSTGEMACHT. Dinge selber herzustellen und sie dann täglich zu gebrauchen ist - nicht nur für Kinder - eine faszinierende Sache. Und ganz neben bei, kann man das, was man selber hergestellt hat auch mehr schätzen. Wer weiß, vielleicht schmeckt das Frühstücksbrot vom eigenen Brettchen ganz anders? Wir raten: ausprobieren!

Was wurde gemacht?
gesägte Bretter schleifen
Brettchen bemalen
Brettchen mit Bienenwachs versiegeln
neutrale Seife raspeln und mit Lavendelblüten und Öl mischen
mit Plätzchenförmchen neue Seifenformen herstellen
Seife, Öle und Lavendel befühlen und beriechen

KRÄUTER /// Mai 2011


Projekt KraeuterProjekt KraeuterProjekt KraeuterProjekt Kraeuter

Imse, Simse, Spinne ...
Wer kommt uns denn da im Wald besuchen? Wir staunen nicht schlecht, als plötzlich eine kleine Kräuterhexe angeflogen kommt. Eigentlich haben wir alle ein wenig Angst vor Hexen - war da nicht einmal was von wegen Backofen? Aber diese Hexe ist irgendwie anders: Sie hat so einiges zu berichten und zu erzählen: ein Märchen, Neues von der Walpurgisnacht und natürlich vieles über die Kräuter auf unserer Wiese. Brennnessel, Spitzwegerich und Löwenzahn werden gesucht und verarbeitet. Wußtet ihr zum Beispiel, dass man ganz leicht eine Medizin gegen Mückenstiche herstellen kann? Sind wir jetzt alle kleine Kräuterhexen? Zumindest bauen wir uns einen Hexenbesen und feiern Walpurgisnacht! Außerdem brauchen wir Platz für eigene Kräuter und bringen dabei gleich unseren Garten wieder in Ordnung.

Was wurde gemacht?
Kräuter suchen und bestimmen
Tee und Medizin daraus herstellen
jäten, rechen, gießen, bauen im Garten
ein Hexenmärchen hören
einen Hexenbesen bauen
Walpurgisnacht (-tag) feiern
Lied, Gedicht und Fingerspiel zum Thema Hexen

KINDER-GARTEN /// SEPTEMBER 2010 (Waldgruppe)


Projekt Kinder-GartenProjekt Kinder-GartenProjekt Kinder-GartenProjekt Kinder-Garten

Unser Gartenprojekt trägt Früchte. Nachdem wir im Frühling einen Garten im Wald angelegt hatten, können wir jetzt die Früchte der Arbeit ernten. Das, was wir im Frühling gesät und gepflanzt hatten, ist erstaunlich gut im Wald gewachsen (trotz der 2-wöchigen, heißen Schließzeit im Juli). Die Kinder staunen nicht schlecht, was aus den kleinen Möhrensamen und den beiden Kürbispflanzen geworden ist. Und genauso spannend ist das, was
man damit machen kann: Essen zubereiten, Basteln und den Tieren einen Teil abgeben.
Die Kinder erfahren ganz praktische Dinge: Das Essen wächst nicht in den Regalen im Supermarkt, sondern
wir Menschen ernähren uns von dem, was die Erde uns gibt. Bevor wir essen können, müssen wir auch etwas
dafür tun. Und alles hat und braucht seine Zeit. Der Herbst ist die Zeit des Erntens. Und das Ernten zelebrieren
wir im Wald ausgiebig!

Literaturempfehlung:
(1) Überall wächst was. Das Handbuch für kleine Biogärtner, Herausgegeben von Alnatura
(erhältlich über die website des BUND)
(2) Kasimir pflanzt weiße Bohnen (Lars Klinting) - Bilderbuch - Oetinger Verlag, 1998



HOLZWERKSTATT /// August 2010


Projekt HolzwerkstattProjekt HolzwerkstattProjekt HolzwerkstattProjekt Holzwerkstatt

Alle Finger noch dran! Oder: Die Faszination einer Säge
Die Zwillinge wissen einen Ausweg: sind die Beine zu kurz, muss einer dem anderen helfen. Also nimmt Hanna auf der Drechselbank Platz und hält konzentriert das große Stechbeitel, während Maria im Stehen das Fußpedal bedient. Die Drechselbank läuft ganz ohne Strom – fußbetrieben, nur mit Hilfe der eigenen Muskelkraft, etwas gutem Willen und Geschick. 2 Tage haben die Waldkinder des Kindergartens Breitenbach Zeit, Holz mit Werkzeugen zu bearbeiten. Heiko Bremmel aus Gumpelstadt ist mit seiner mobilen Holzwerkstatt angereist: Drechselbank, Schnitzbänke, Sägen, Pfeilen, Bohrer, Hämmer, Schäleisen, Spalteisen und natürlich Holzstämme und Äste im Gepäck. Alles läuft ohne Strom und die Funktionsweise ist daher für Kinder (und auch Erwachsene) nachvollziehbar.
Heimlich überschlage ich im Kopf das, im Kindergarten vorrätige Wundpflaster und sehe zu, wie sich Tobias die große, scharfe Säge aus der Werkzeugkiste nimmt und anfängt eine Scheibe Holz vom Kirschbaumstamm abzusägen. Am Freitag arbeiten die Kinder, nach anfänglicher Hilfe von Heiko und uns Erziehern, vorwiegend alleine mit den scharfen Werkzeugen. Bis auf 2 Kratzer am Finger gibt es keine Verletzten zu beklagen. Doch wenn ich dem bunten Treiben so zusehe, denke ich manchmal: "Oh Gott, wenn das die Eltern wüssten!" Am Samstag ist es dann so weit: wir haben Eltern und Interessierte eingeladen, gemeinsam mit den Kindern in der Holzwerkstatt auf unserem Waldgelände in Breitenbach zu arbeiten. Überrascht stelle ich fest, dass auch die Eltern – nach ganz kurzem Zögern – den Kindern die Freiheit zugestehen, selbstständig mit den Werkzeugen zu hantieren. Und auch diesmal bleiben alle Fingen dran.
Fasziniert sehe ich zu, wie die Kinder konzentriert und selbstständig arbeiten. Auch die Kinder, die sich sonst sehr schwer konzentrieren können, sind über 2 Stunden hinweg aufmerksam bei der Sache. Sie holen sich Werkzeuge, probieren diese aus und legen sie anschließend fast ehrfürchtig wieder zurück auf ihren Platz. Was hier zählt ist nicht das Ergebnis – eher das Tun an sich, die immer gleichförmige Bewegung der Säge, das Drehen des Bohrers. Etwas passiert: Späne rieseln zur Erde und ein Loch entsteht. Aber es geschieht langsam und nur, indem die Kinder etwas bewegen: ihren Willen und ihre Muskeln. Sie selber sind die Auslöser und Verursacher dessen, was passiert. Genau das begeistert sie. Und noch etwas kann ich in den Gesichtern der Kinder beobachten: ihnen wird etwas zugetraut. Nämlich mit diesen spitzen, scharfen und teuren Werkzeugen umzugehen. Dieses Vertrauen macht sie stolz und vorsichtig zugleich. Die Kinder wachsen daran. Eins ist klar: nach den zwei Tagen hat uns im Waldkindergarten alle das Holzfieber erwischt. Erste Werkzeuge sind angeschafft und in den nächsten Wochen soll im Wald eine eigene Holzwerkstatt entstehen.
Im Juni 2011 haben wir sie eröffnet.

Was wurde gemacht?
selbstständiges, konzentriertes Arbeiten mit Holz
verantwotungsvoller Umgang mit scharfen Werkzeugen
Erleben des Materials "Holz"
Projekttag mit Eltern und Interessierten
geplante Anschaffung einer eigenen Holzwerkstatt

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